
BRÜSSEL – Die Geschäftstätigkeit in der Eurozone expandierte im Juli so schnell wie seit acht Monaten nicht mehr. Unterstützt wurde dies durch eine Erholung im Dienstleistungssektor und ein anhaltendes Wachstum der Produktionsleistung im verarbeitenden Gewerbe, wie aus der jüngsten Einkaufsmanagerumfrage von S&P Global hervorgeht.
Der endgültige Gesamt-PMI-Index für die Produktion der Eurozone stieg von 50.0 im Juni auf 52.0. Werte über 50 signalisieren Wachstum, sodass das Ergebnis für Juli eine deutliche Verbesserung nach mehreren Monaten schwacher oder rückläufiger Aktivität darstellt. Der Dienstleistungs-PMI kletterte auf 51.7 und erreichte damit den höchsten Stand seit fünf Monaten, während das verarbeitende Gewerbe weiterhin im Wachstumsbereich lag.
Die Neuaufträge stiegen so schnell wie seit November nicht mehr, was darauf hindeutet, dass sich die Nachfrage parallel zur Produktion erholte. Die Beschäftigung stabilisierte sich nach sechs Monaten mit Stellenabbau, und das Geschäftsklima erreichte den höchsten Stand seit fünf Monaten, blieb aber aufgrund geopolitischer Risiken und der Unsicherheit bezüglich der Energiekosten gedämpft.
Das regionale Bild war uneinheitlich. Deutschland, Italien und Spanien verzeichneten Wachstum, wobei Spanien eine besonders starke Dynamik im Dienstleistungssektor aufwies. Frankreich blieb in einem leichten Rückgang begriffen, was die unterschiedliche Geschwindigkeit verdeutlicht, mit der die größten Volkswirtschaften der Eurozone auf veränderte Nachfrage- und Finanzbedingungen reagieren.
Die verbesserten PMI-Daten deuten darauf hin, dass die Region wieder an Dynamik gewinnen könnte, doch die Inflation bleibt ein wesentliches Problem. Eurostat schätzte die jährliche Inflation im Euroraum im Juli auf 2.9 %, nach 2.8 % im Juni. Besonders hoch war die Energieinflation, während die Preise für Dienstleistungen ebenfalls weiter über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank lagen.
Diese Kombination schafft ein schwieriges politisches Umfeld. Eine stärkere Konjunktur verringert die Dringlichkeit wirtschaftlicher Stützungsmaßnahmen, während die anhaltende Inflation die Argumente für eine restriktivere Geldpolitik verstärkt. Jede weitere Zinserhöhung könnte jedoch die Konsumausgaben der privaten Haushalte, die Unternehmensinvestitionen und die Kreditnachfrage belasten, gerade zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Erholung auszuweiten beginnt.
Die externen Risiken bleiben ebenfalls erheblich. Die Exportaufträge waren schwach, und erneute Konflikte oder Unruhen im Nahen Osten könnten die Energie- und Transportkosten erhöhen. Europa reagiert weiterhin besonders sensibel auf Schwankungen der Energieimportpreise, da diese die Gewinnmargen der Industrie und die Kaufkraft der Verbraucher rasch beeinträchtigen können.
Der PMI vom Juli markiert daher eher eine deutliche Verbesserung als eine vollständige Lösung der wirtschaftlichen Herausforderungen der Eurozone. Der Dienstleistungssektor wächst wieder, die Industrieproduktion hält sich stabil und die Lage am Arbeitsmarkt hat sich gefestigt. Die Nachhaltigkeit der Erholung hängt davon ab, ob die Nachfrage weiter anzieht, ohne einen erneuten Anstieg der Inflation auszulösen.