
TOKIO — Der japanische Yen hat sich nach einer äußerst volatilen Woche stabilisiert, in der Japan und die Vereinigten Staaten gemeinsam in den Devisenmarkt intervenierten und damit die erste Yen-Kaufoperation der USA seit 1998 durchführten.
Am 5. August notierte der Yen bei rund 157.72 Yen pro Dollar, nachdem er eine Woche zuvor auf etwa 164 Yen gefallen war – den niedrigsten Stand seit rund vier Jahrzehnten. Nach koordinierten Käufen durch Tokio und Washington erholte sich der Yen kurzzeitig auf bis zu 155.2 Yen, gab dann aber einen Teil des Anstiegs wieder ab.
Die Intervention war nicht nur aufgrund ihres Umfangs bedeutsam, sondern auch, weil sie eine ungewöhnliche politische Abstimmung zwischen der größten Volkswirtschaft der Welt und Japan demonstrierte. US-Finanzminister Scott Bessent sicherte Japans Bemühungen zur Währungsstabilisierung anschließend öffentlich seine volle Unterstützung zu und bekräftigte damit die politische Botschaft, dass eine unkontrollierte Abwertung nicht ignoriert würde.
Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt waren eindeutig: Der Yen erholte sich deutlich, und der spekulative Druck ließ nach. Die längerfristigen Aussichten sind weniger sicher. Währungsinterventionen können kurzfristige Positionierungen verändern und einseitige Handelsstrategien eindämmen, beseitigen aber nicht automatisch die wirtschaftlichen Kräfte, die den Kursverfall verursacht haben.
Drei Faktoren dürften darüber entscheiden, ob die Erholung nachhaltig ist. Erstens der Zinspfad der Bank von Japan. Eine energischere Normalisierung der Geldpolitik würde die Renditedifferenz zu den USA verringern und Yen-finanzierte Carry-Trades weniger attraktiv machen. Zweitens die Prognose der US-Notenbank, da geringere Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA die Unterstützung für den Dollar reduzieren würden. Drittens die Energiepreise, die einen erheblichen Einfluss auf Japans Importkosten und die Devisennachfrage haben.
Die Intervention hat auch weitergehende Auswirkungen auf die asiatischen Märkte. Ein stabilerer Yen kann den Druck auf andere regionale Währungen verringern und die Befürchtungen einer wettbewerbsbedingten Abwertung eindämmen. Gleichzeitig können plötzliche Wechselkursschwankungen japanische Exporteure, Importeure, ausländische Investoren und Unternehmen mit ungesicherten Währungsrisiken beeinträchtigen.
Die weitere Entwicklung des Yen dürfte daher von einer Kombination aus offiziellen Maßnahmen und der zugrundeliegenden Glaubwürdigkeit der Politik abhängen. Die koordinierte Intervention zeigte, dass die Behörden bereit sind, energisch zu reagieren. Ob dies einen Wendepunkt darstellt, hängt von den weiteren Schritten der Bank von Japan, der US-Notenbank und den globalen Energiemärkten ab.